Editorial

Taufe des Herrn

In der Weihnachtszeit gedenkt die Kirche vor allem der Kindheit Jesu: Gott ist Mensch geworden, er wird geboren und beschnitten, er ist mit seinen Eltern auf der Flucht vor der Verfolgung durch Herodes. Mit der Taufe des Herrn, die die Weihnachtszeit beschliesst, beginnt etwas Neues: Das öffentliche Auftreten Jesu. Das Fest Taufe des Herrn wird am Sonntag nach Erscheinung des Herrn gefeiert. Am Tag nach der Taufe des Herrn beginnt die Zeit im Jahreskreis.

Wer sich von Johannes dem Täufer taufen liess, bekundete damit seinen Willen zur Umkehr, seine Bereitschaft für das Kommen der Gottesherrschaft. Für Jesus bedeutet diese Taufe eine Art Berufsweihe. Der Geist, der auf ihn herabkommt, und die Stimme aus dem Himmel bezeugen Jesus als den Gesalbten, den Messias, und als den geliebten einzigen Sohn.

In der Taufe Jesu wird sein Wesen offenbar: Er ist der geliebte Sohn Gottes. In unserer Taufe sind auch wir zu «Kindern Gottes» geworden, wir haben Anteil an seinem Leben, wir gehören zu ihm und zueinander. Daran erinnert uns das gemeinsame Mahl, das wir feiern. Wir sind bedingungslos von Gott geliebt, das können wir nicht lernen, sondern wir erfahren es durch die Beziehung mit Menschen guten Willens.

Martin von Arx

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