Schöpfungszeit
Mit dem 1. September, dem Tag der Schöpfung, beginnt in die Schöpfungszeit. Bis zum 4. Oktober lädt sie in diesem Jahr unter dem Titel «Wertvoll leben – der Mehrwert der Dinge» dazu ein, genauer hinzuschauen.
Was etwas wert ist, lässt sich nicht immer in Zahlen ausdrücken. Bei einer Auktion wird das besonders sichtbar. Menschen bieten für einen Gegenstand, weil er ihnen etwas bedeutet. Sein Preis steigt. Doch sein eigentlicher Wert liegt oft tiefer. Er entsteht durch das, was jemand in ihm sieht und mit ihm verbindet.
Vielleicht ist das ein guter Gedanke für diese Schöpfungszeit. Wert ist nicht einfach käuflich. Er wird einem Gegenstand, einem Menschen oder der Natur auch zugesprochen. Darin liegt etwas von einem Geschenk. Ich erkenne an: Du bist wertvoll. Du bist nicht beliebig. Du verdienst Aufmerksamkeit und einen sorgsamen Umgang.
Der christliche Glaube geht noch einen Schritt weiter. Die Schöpfung hat ihren Wert nicht erst dadurch, dass wir ihn ihr geben. Sie ist von Gott gewollt und uns anvertraut. Unsere Aufgabe ist es, diesen Wert wahrzunehmen und entsprechend zu handeln.
Damit stellt sich die Frage ganz persönlich: Was ist mir etwas wert? Was nehme ich als selbstverständlich hin? Wo bin ich achtlos geworden? Und was müsste ich vielleicht neu sehen lernen?
Die kommenden Wochen geben Raum, solchen Fragen nachzugehen. Vielleicht entdecken wir dabei, dass wertvoll leben nicht zuerst bedeutet, immer mehr zu besitzen. Es beginnt dort, wo wir bewusster wahrnehmen, dankbarer werden und achtsamer mit dem umgehen, was uns anvertraut ist.
Michael Jablonowski
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