Editorial

«Zum 1. August – Gedanken zur Bundesfeier»

Die Bundesfeier am 1. August lädt uns jedes Jahr dazu ein, auf unser Land zu blicken – mit Dankbarkeit für Frieden, Freiheit und das Miteinander von Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Lebensgeschichten.

Für Christinnen und Christen bedeutet Heimat jedoch weit mehr als einen geografischen Ort. Heimat wächst dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen und das Gemeinwohl über persönliche Interessen stellen. Die Bibel erinnert uns daran, dass wir aufeinander angewiesen sind und ein gelingendes Zusammenleben von Respekt, Vertrauen und Solidarität lebt.

In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spannungen zunehmen und unterschiedliche Meinungen oft trennen, stellt sich immer wieder die Frage: Was verbindet uns? Was hält unsere Gesellschaft zusammen?

Hans Urs von Balthasar sah die Berufung des Menschen in der Hinwendung zum Mitmenschen. Wo Menschen einander mit Respekt begegnen, zuhören und Verantwortung füreinander übernehmen, wird Gottes Liebe erfahrbar. Eine solche Haltung ist nicht nur für die Kirche wichtig, sondern auch für das Zusammenleben in unserem Land.

Der Nationalfeiertag macht uns bewusst, dass Gemeinschaft keine Selbstverständlichkeit ist. Sie will immer wieder neugestaltet werden – in Familien, Nachbarschaften, Vereinen und Gemeinden. Dabei zählt jeder Beitrag, auch wenn er noch so klein erscheinen mag.

So wird der 1. August mehr als nur ein Blick zurück auf die Geschichte unseres Landes. Er lädt uns ein, an einer Gesellschaft mitzuwirken, in der alle Menschen in Würde leben können und niemand ausgeschlossen wird.

Möge dieser Tag uns mit Dankbarkeit erfüllen und zugleich die Bereitschaft stärken, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Denn Heimat wächst dort, wo Menschen einander mit Offenheit, Respekt und Menschlichkeit begegnen.

Jaime Armas

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