Gemeinsam Zukunft gestalten
Seit 2012 gehen die vier Pfarreien am Mutschellen im Pastoralraum einen gemeinsamen Weg. Viele erleben dies im Alltag als ganz selbstverständlich: Gottesdienste werden gemeinsam gefeiert, die Seelsorge kommt aus einem Team, Menschen begegnen sich über Pfarreigrenzen hinweg. Unsere Kirche wird längst als etwas Gemeinsames erfahren.
Hinter dieser gelebten Einheit stehen komplexe Strukturen. Drei eigenständige Kirchgemeinden, drei Kirchenpflegen, drei Finanzverwaltungen und zusätzlich ein Kirchgemeindeverband. Dieses System hat lange gut funktioniert, wird aber zunehmend aufwändig, träge und schwierig zu tragen. Entscheidungen brauchen viel Zeit und Koordination. Gleichzeitig wird es immer schwieriger, Menschen für die Behördenarbeit zu gewinnen. Bereits heute sind zwei Kirchenpflegen unterbesetzt.
Der vorgeschlagene Zusammenschluss ist deshalb kein Rückschritt, sondern ein Weiterdenken. Er betrifft nicht das pastorale Leben. Gottesdienste, Seelsorge, Jugendarbeit, Begleitung in Krankheit oder Trauer bleiben in gleichem Umfang und in gleicher Nähe erhalten. Niemand verliert seine Kirche vor Ort, niemand wird weniger begleitet.
Was sich ändert, ist die Organisation im Hintergrund. Eine gemeinsame Behörde kann Abläufe vereinfachen, Verantwortungen bündeln und Kräfte freisetzen. Weniger Sitzungen, weniger Doppelspurigkeiten, mehr Zeit für das, was wirklich zählt: Menschen begleiten, Gemeinschaft stärken und Glauben leben.
Natürlich gibt es auch Unsicherheiten. Die Sorge um Identität, um Mitspracherecht, um Vertrautes ist verständlich. Doch Identität entsteht nicht aus Strukturen, sondern aus Beziehungen. Kirche lebt dort, wo Menschen sich kennen, miteinander feiern, einander tragen. Das bleibt. Und Mitspracherecht bleibt ebenfalls bestehen – nicht weniger, sondern klarer und übersichtlicher.
Ein Zusammenschluss bedeutet nicht Verlust, sondern die Chance, mit schlanken Strukturen handlungsfähig zu bleiben und das kirchliche Leben langfristig zu sichern. Es geht nicht darum, Vergangenheit loszulassen, sondern Zukunft zu ermöglichen. Gemeinsam. Damit Kirche auch morgen ein Ort bleibt, in dem Menschen Heimat finden.
Das Projektteam Esther Werthmüller, Georges Rey, Franz Rutzer, Marcel Huber und Michael Jablonowski
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