Nachfolge im Alltag
In den ersten Tagen des Februars werden Kerzen und Brote gesegnet, und viele empfangen den Blasiussegen. Diese Zeichen gehören zu unserem kirchlichen Alltag, und doch lohnt es sich, sie einmal genauer zu betrachten. Denn hinter diesen Segnungen stehen nicht nur schöne Bräuche, sondern auch Menschen und Fragen, die bis heute nachwirken.
Der heilige Blasius und die heilige Agatha sind mit diesen Tagen verbunden. Beide haben für ihren Glauben ihr Leben gelassen. Schnell kann jetzt die Frage aufkommen: Heisst Christus nachfolgen, das eigene Leben für den Glauben zu geben? In der frühen Kirche war diese Frage alles andere als theoretisch. Verfolgung gehörte zur Realität, und das Martyrium wurde von manchen sogar gesucht. So sehr, dass die kirchliche Leitung klarstellen musste: Das bewusste Suchen des Todes um Christi willen führt nicht näher zu Gott. Nachfolge ist kein Wettlauf um Opferbereitschaft.
Schon damals begann ein Umdenken. Wenn Nachfolge nicht zwingend im Martyrium endet, wie kann sie dann gelebt werden? In dieser Suche entstanden neue geistliche Wege. Einsiedler wie Antonius zogen sich in die Wüste zurück, um dort ein Leben aus dem Glauben zu führen. Andere fanden ihre Form der Nachfolge in der Gemeinschaft, im Dienst am Nächsten oder im Gebet mitten im Alltag. Christus nachzufolgen erwies sich als etwas zutiefst Persönliches.
Heute ruft kaum jemand dazu auf, in die Wüste zu gehen. Und doch bleibt die Frage aktuell: Wie kann der eigene Glaube Gestalt annehmen? Genau hier setzen die Segnungen dieser Tage an. Das gesegnete Licht will den Alltag erhellen. Das gesegnete Brot erinnert daran, dass Leben mehr ist als Versorgung. Der Blasiussegen spricht Schutz und Stärkung zu. Sie alle wollen Mut machen, den eigenen Weg im Glauben zu gehen.
Nicht spektakulär, sondern alltagstauglich sind die Segnungen. Sie erinnern daran, dass jede und jeder berufen ist, die Botschaft Jesu auf eigene Weise zu leben. Mitten im Leben. Mitten im Alltag.
Michael Jablonowski
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