Für wen schlägt unser Herz? – Gedanken zur Mitte des Jahres
Der Fussball der Weltmeisterschaft, die derzeit in Mexiko, Kanada und den USA ausgetragen wird, hat die Welt im Griff. Seit dem 11. Juni wird auf dem Rasen gekämpft, gejubelt und gezittert. Millionen Menschen fiebern mit. Warum kann ein Ballspiel so viele bewegen? Vielleicht, weil es etwas Tiefes im Menschen berührt: die Sehnsucht, Teil von etwas Grösserem zu sein und für etwas zu leben, das über den Alltag hinausweist.
Genau in diese Stimmung fällt das Fest der heiligen Apostel Petrus und Paulus am 29. Juni. Auch ihr Herz schlug für etwas Grösseres. Nicht für Ruhm oder Erfolg, sondern für Jesus Christus und seine Botschaft. Petrus, der Fischer. Paulus, der Gelehrte. Beide kannten Erfolge und Niederlagen, Mut und Versagen. Doch sie standen immer wieder auf. Was sie trug, war stärker als jede Enttäuschung. Am Ende waren sie bereit, ihr Leben dafür hinzugeben.
Jesus sagt: «Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz» (Mt 6,21). Damit stellt er eine Frage, die aktueller ist als jedes Turnier: Woran hängt mein Herz? Wofür setze ich meine Kraft ein? Was gibt mir Halt, wenn die Begeisterung vergeht?
Wir stehen mitten im Jahr – gewissermassen in der Halbzeit. Die Ferien schenken uns eine Pause vom Alltag. Zeit zum Durchatmen und Nachdenken. Nicht nur: Wohin fahre ich? Sondern auch: Wohin gehe ich mit meinem Leben?
Der Fussball erinnert uns daran, wie schön es ist, für etwas zu brennen. Petrus und Paulus erinnern uns daran, dass das Herz einen Schatz braucht, der bleibt, wenn der Jubel verstummt. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Sommerzeit und die Freude, neu zu entdecken, wofür Ihr Herz wirklich schlägt.
Pater Martin Kelechi Igboko, SMMM
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